Donnerstag, 28. Oktober 2010

Korruption -kein Thema in Honduras?

Transparency International ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Bekämpfung der Korruption verschrieben hat. 1993 von dem Deutschen Peter Eigen gegründet, hat sie ihren Hauptsitz in Deutschland und rund 90 sog. "chapter" in den verschiedenen Ländern, die vor Ort arbeiten.

Mehr dazu unter: http://www.transparency.org/about_us oder zum deutschen chapter: http://www.transparency.de/


Definiert wird Korruption als Mißbrauch anvertrauter Macht zu privatem Nutzen. Das beinhaltet zum einen die Bestechung, Bestechlichkeit und die Vorteilsnahme, die der Volksmund zweifelsohne unter den Begriff der Korruption subsumiert, zum anderen erfasst diese Definition auch Fälle von Vetternwirtschaft und Klientelismus.

Einmal im Jahr veröffentlicht TI den sog. Korruptionswahrnehmungsindex (corruption perception index CPI). In 178 Länder wird die Zivilgesellschaft danach befragt, wie sie die Korruption im öffentlichen Sektor des eigenen Landes wahrnimmt und bewertet. Auf der Skala von 0 - 10 bedeutet 0 hochgradig korrupt und 10 sehr "sauber".

Am 26. Oktober 2010 wurde der CPI für das Jahr 2010 veröffentlicht. Dabei kommt Honduras sehr schlecht weg, es nimmt nur den 134. Rang ein. Im Vergleich zu den anderen mittelamerikanischen Staaten steht es an letzter Stelle. Am wenigsten korrupt ist Costa Rica, es steht an 41. Stelle. Danach folgen Panama und El Salvador mit dem 73. Rang. Guatemala sieht sich bei 91, und Nicaragua auf Rang 127.


Schlechter als Honduras schneiden im lateinamerikanischen Raum nur Paraguay (146. Rang) Venezuela ab, das mit dem 164. Platz schon als hochgradig korrupt bezeichnet werden darf.

Ein Vergleich mit den Vorjahren zeigt, dass Honduras beim Thema Korruption keine Fortschritte macht. In den Jahren 2006-2009 lag es stets bei 126-131.

Ein vor einigen Jahren verabschiedetes Antikorrpuptionsgesetz, das mehr Transparenz in die Aktivitäten der Verwaltung bringen sollte, kann mithin nur als gescheitert bewertet werden.

Interessanterweise haben die honduranischen Medien die diesjährige Veröffentlichung des CPI zum großen Teil ignoriert. Scheinbar ist das zur Zeit kein Thema in Honduras. Schade eigentlich. Denn unbestritten ist, dass Korruption gerade in den armen Ländern die Armut verstärkt. So fehlt beispielsweise dem einfachen Bürger, der den Beamten stets kleine Schmiergelder zahlen muß, das Schulgeld für seine Kinder. Öffentliche Straßen, die schlampig gebaut werden, weil zuwenig Zement verwendet wird -auf der Abrechnung steht allerdings mehr, das eingesparte Geld wandert in die Taschen der Bauleitung - gehen frühzeitig kaputt. Ein Schaden für die gesamte Gesellschaft.

In Honduras weiß die Zivilgesellschaft sehr genau, das die Korruption überbordend und systemimmanent ist. Zugleich haben die Bürger das Gefühl, dem Problem ohnmächtig gegenüber zu stehen und nichts dagegen unternehmen zu können. Es herrscht ein Gefühl der Resignation. Und wenn die Medien dieses Thema auch nicht mehr aufnehmen, so haben auch sie vielleicht resigniert?
Es wäre schön, wenn die politischen Akteure im Land dem Thema mehr Raum widmen würde. Es würde sich auszahlen.

Montag, 13. September 2010

Denguefieber - Epidemie in Honduras

Das Denguefieber ist eine fiese Krankheit. Von Moskitos der Art Aedes aegypti durch einen Stich auf den Menschen übertragen, verursacht der Virus im Körper des Menschen nach 3 bis 14 Tagen Kopf-, Glieder-und Muskelschmerzen, Fieber, Schüttelfrist, Hautausschlag und Schwäche. Kurzum: man fühlt sich richtig elend.

Behandelbar ist die Krankheit nicht, da muss man durch. Gegen die Schmerzen helfen Schmerzmittel wie Paracetamol, und einer Dehydrierung muß mit reichlich Flüssigkeitszufuhr entgegnet werden. Nach einer Woche geht es den meisten Kranken wieder besser. Es gibt aber auch Fälle, in denen das Fieber einen hämorrhagischen Verlauf nimmt. Dabei werden die Blutgefäße durchlässiger als sie es sein sollten, es kommt zu unkontrollierten Blutungen, die nicht allzu selten zum Tode führen.

Die offizielle honduranische Statistik nennt 67 Todesfälle durch Denguefieber in diesem Jahr.
Man darf vermuten, dass die wahre Zahl höher liegt.


Präsident Pepe Lobo hat im Juli den Notstand ausgerufen und eine nationale Kampagne zum Kampf gegen das Denguefieber angekündigt. Die nationalen Behörden legen seitdem ihr Augenmerk darauf, betroffene Gebiete mit Insektiziden zu besprühen, um dem Moskito den Garaus zu machen.

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" weist darauf hin, dass die Strategie zur Eindämmung der Epidemie mehrere Maßnahmen umfassen müsse.

Die betroffene Bevölkerung, in Honduras übrigens die Hauptstädter, muß aufgeklärt und unterwiesen werden, wie sie sich gegen Dengue schützen kann. Dazu gehören auch die Einhaltung sanitärer Standards. Da der Moskito in stehendem Wasser brütet, findet er im Müll -Plastikflaschen, Reifen, Dosen- optimale Bedingungen vor. Da ist auch die Bevölkerung gefragt, den Müll beizeiten mal nicht achtlos wegzuwerfen.
Die medizinische Versorgung muß gewährleistet sein. Das Problem in Honduras besteht darin, dass die Krankenhäuser bei stark ansteigenden Fallzahlen schnell überfüllt und überfordert sind. Und auch die Bekämpfung der Mücke selbst ist ein wichtiger Baustein im Rahmen dieser Strategie.
Ein weiteres Zauberwort ist in diesem Zusammenhang die "Kontinuität". Es reicht nicht aus, wenn die Behörden eine einmalige Nebelaktion in den Städten starten. Die Besprühung muß regelmäßig über einen längeren Zeitraum erfolgen. Hier sind die Behörden gefragt, die in Honduras in aller Regel nicht durch Effizienz glänzen.

Die Epidemie ist allerdings kein rein honduranisches Problem. Weltweit ist Aedes aegypty in tropischen und subtropischen Gegenden auf dem Vormarsch, die Erkrankungszahlen steigen rapide an.

Und auch wir in Deutschland sollten uns nicht entspannt zurücklehnen in der Annahme, bei uns kann das ja nicht passieren. Der Klimawandel könnte Dengue auch zu uns bringen. In Frankreich wurde vor wenigen Tagen der erste Fall bekannt.....